PROGRAMM

REDAKTION

INFO

Hochschulnachrichten am 30.01.2012

Redaktion: Kirsten Kästel

Maschinenbaustudent der FH Bielefeld erhält Auszeichnung für internationales Engagement

Hermann Monkam erhält eine Auszeichnung für internationales Engagement. Der Verein zur Förderung internationaler Studierender in Bielefeld (ViSiB) ehrte den Kameruner Maschinenbau Studenten für seinen Einsatz in der Evangelischen Studierenden Gemeinde (ESG). Hermann Monkam leitet unter anderem einen wöchentlichen Länderabend, an dem Studierende über verschiedene Länder und dessen Kulturen aufgeklärt werden. Dabei ist auch jeder nicht evangelische Student willkommen. Ebenfalls ausgezeichnet wurde der Amerikaner Daniel Brooks, der als Promotionsstudent an der Universität Bielefeld in der Abteilung Philosophie tätig ist. Er wurde unter anderem für seinen Einsatz bei der Integration von Gaststudierenden ausgezeichnet.

Studentisches Mitglied tritt nach Eklat zurück

StuPa-Mitglied Sören Witt ist von seinem Platz im Kuratorium der „Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft“ zurückgetreten. Grund für seinen Rücktritt sind die Äußerungen von Prof. Helmut Steiner während der Nominierung möglicher Preisträgerinnen und Preisträger für den „Preis für besonderes studentisches Engagement“. Der Präsident der „Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft“ (WLUG) bewertete die Nominierung des Frauencafés Anaconda als unangebracht. Laut Prof. Steiner seien lesbische Frauen und Transpersonen eine Randgruppe. Aus diesem Grund sei es fraglich, welchen Eindruck die Preisvergabe an das Frauencafé auf die Presse machen würde. Für Sören Witt sei eine Zusammenarbeit mit der WLUG ausgeschlossen, so lange sich diese nicht von homophoben und sexistischen Äußerungen distanziere.

Start des NRW-Rückkehrerprogramms

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze eröffnet die neue Bewerbungsrunde des NRW-Rückkehrerprogramms. Seit vergangenem Donnerstag haben Nachwuchsforscherinnen und –forscher die Möglichkeit, sich für das bereits zum vierten Mal ausgeschriebene Programm zu bewerben. Das “Programm zur Förderung der Rückkehr des wissenschaftlichen Spitzennachwuchses aus dem Ausland” bietet dem Wissenschaftsnachwuchs die Chance, eine eigene Arbeitsgruppe an einer nordrhein-westfälischen Universität ihrer Wahl aufzubauen. Voraussetzung für eine Bewerbung ist eine mindestens zweijährige Forschungstätigkeit im Ausland und ein herausragendes wissenschaftliches Profil. Die Nachwuchstalente können sich bis zum 26. März 2012 bewerben. [mehr]

Austauschprogramm ERASMUS wird 25 Jahre alt

Das Austauschprogramm ERASMUS wird heute 25 Jahre alt. Insgesamt 3 Millionen Studenten und Mitarbeiter haben seit 1987 am europaweiten Austauschprogramm teilgenommen. 33 Staaten sind an dem Programm beteiligt, darunter die 27 EU-Mitgliedstaaten, sowie Kroatien, Island, Liechtenstein, Norwegen, die Schweiz und die Türkei. Die Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag des Austauschprogramms werden heute um 12.30 Uhr in Brüssel eröffnet. ERASMUS Botschafter aus allen beteiligten Ländern werden an der Pressekonferenz teilnehmen. Diese kann auch online verfolgt werden. [mehr]

Frühzeitige Eliminierung von Vorurteilen

Psychologen der Universität Jena analysieren die Entwicklung von Vorurteilen bei Kindern. Prof. Andreas Beelmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchte mit seinem Team die Entwicklung des natürlichen Hangs zur Diskriminierung.Laut Beelmann werde es dann problematisch, wenn die positivere Bewertung der eigenen sozialen Gruppe irgendwann in Vorurteile, Benachteiligung und Diskriminierung anderer umschlägt. Die Lösung für das Problem liegt laut Studie in Kontakten zu möglichst vielen Personen, die zu unterschiedlichen sozialen Gruppen gehören. Die Studien zu diesem Themenbereich wurden am vergangenen Freitag in der Fachzeitschrift „Child Development“ veröffentlicht.

Zwölf europäische “Advanced Grants” für Spitzenforscher an bayerischen Universitäten vergeben

Zwölf Forscher an bayerischen Universitäten erhalten den “Advanced Grant”. Er ist die höchstrangigste Forschungsförderung der Europäischen Union. Sie wird für innovative Projekte von anerkannten, europäischen Forscher vergeben. Jeder ausgezeichnete Wissenschaftler erhält über fünf Jahre hinweg bis zu 3,5 Millionen Euro für das vorgeschlagene Forschungsprojekt. Zwölf der insgesamt 35 geförderten Forschungsprojekte an deutschen Hochschulen werden an bayerischen Universitäten durchgeführt. Bayern ist damit das erfolgreichste Land in Deutschland, gefolgt von Baden-Württemberg mit neun geförderten Projekten.

Hochschulnachrichten am 25.01.2012

Redaktion: Gerrit Rother

Nähe zum Zuhause wichtigstes Kriterium bei Studienplatzwahl

Bei der Auswahl eines Studienplatzes spielt die Nähe zum Elternhaus die größte Rolle. Das hat jetzt eine Studie des Zentrums für europäische Wirtschaftsforschung ergeben. Für die Studie wurden 5000 Bewerbungen für das Fach Humanmedizin ausgewertet. Die untersuchten Bewerbungen wurden in den Jahren von 2002 bis 2008 an die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen geschickt. Laut Studie sei die Nähe zu den Eltern wichtiger als die Exzellenz der Hochschule oder gute Noten im Hochschulranking. Diese spielten nur eine mäßig wichtige Rolle. Gefördert wurde die Studie vom Bundesbildungsministerium.

Tagung zur Katastrophenkommunikation an der Uni Bielefeld
Morgen beginnt an der Universität Bielefeld eine Tagung zur Kommunikation in Katastrophensituationen. Auf der Tagung sollen die Ergebnisse der Forschungsgruppe „Communicating Disaster“ vorgestellt werden. Dabei haben sich Forscher verschiedener Disziplinen mit Kommunikationsprozessen in Katastrophenfällen beschäftigt. Die Wissenschaftler erforschten u. a. die mediale Berichterstattung bei Erdbeben, Unwettern und beschädigten Atomkraftwerken. Ein Ziel der Forschung war es, Lösungen zu entwickeln um Katastrophen kommunikativ besser zu bewältigen. Dies könne bspw. durch Nutzung sozialer Medien geschehen. Die Ergebnisse sollen auf der Tagung vorgestellt und diskutiert werden. Erwartet werden rund 70 internationale Teilnehmer aus verschiedenen Fachgebieten, darunter Soziologen, Psychologen und Leute aus der Katastrophenhilfe. Die Tagung wird am Zentrum für Interdisziplinäre Forschung stattfinden und bis Samstag andauern.[mehr]

Medizinstudium soll verkürzt werden
Die EU-Kommission will das Medizinstudium um ein Jahr verkürzen. Bisher müssen Mediziner mindestens 6 Jahre studieren, in einem Änderungsvorschlag der Richtlinien, die jetzt den Mitgliedstaaten vorgelegt wurde, soll das Studium auf 5 Jahre verkürzt werden. Gleich bleiben solle dabei allerdings die vorgeschriebene Unterrichtszeit, diese liegt momentan bei rund 6000 Stunden. Kritik am Vorschlag wurde von den medizinischen Fachbereichen deutscher Universitäten geäußert. Laut diesen würde ein solches Modell mehr Stress für die Studierenden bedeuten, außerdem würde die praktische Ausbildung von Medizinern darunter leiden. Eine Verkürzung der Gesamtstudienzeit würde zudem finanziell schlechter gestellte Studierende belasten, da diese weniger Zeit hätten, ihr Studium mit Nebenjobs zu finanzieren. Ob der Vorschlag umgesetzt wird, muss erst noch entschieden werden.

App zur Falschgelderkennung entwickelt
An der Hochschule OWL ist eine App zur Falschgelderkennung entwickelt worden. Dabei wird der Geldschein einfach abfotografiert.
Die App könne dann mit Hilfe von Bildverarbeitung und Mustererkennung entscheiden, ob eine Banknote echt der falsch sei, so der Entwickler der App Professor Volker Lohweg. Angeboten wird die Software für sämtliche Betriebssysteme von Smartphones. Die Kamera des Telefons muss allerdings eine Auflösung von 600 Pixel haben, damit die Analyse funktionieren kann. Auf den Markt soll die Application in den nächsten Monaten kommen, ein Preis ist noch nicht bekannt.

Claire Danes von Harvard ausgezeichnet
Die Schauspielerin Claire Danes wird von Studierenden der Harvard University ausgezeichnet. Mitglieder der Hasty Pudding Theatergesellschaft, die an der Eliteuni beheimatet ist, haben sie zur Frau des Jahres 2012 gekürt. Die Hasty Pudding Theatricals ist die älteste amerikanische Unitheatergruppe, sie besteht bereits seit 1795. Bekannt ist die Gruppe für die Inszenierung von selbstgeschriebenen Musicals. Bereits seit über 60 Jahren zeichnet die Gruppe jedes Jahr eine Schauspielerin als Frau des Jahres aus. Claire Danes ist bekannt geworden als Julia im Kinofilm „Romeo und Julia“ aus dem Jahr 1996.

Hochschulnachrichten am 24.01.2012

Redaktion: Christopher Kulling

Studentisches Mentorenprojekt ist Hochschulperle 2011
Das studentische Projekt „Rock Your Life!“ ist zur „Hochschulperle 2011“ gewählt worden (3.316 Stimmen). Das gab der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gestern bekannt. „Rock Your Life!“ qualifiziert Studenten als Mentoren für Schüler. Neben schulischen und persönlichen Hilfestellungen, geben die Mentoren den Schülern auch Tipps zum Einstieg in die Berufswelt. Das Projekt gibt es schon in über 20 Städten; Bielefeld ist noch nicht dabei. Die „Hochschulperle des Jahres“ wurde online gewählt und ist mit 3.000 Euro dotiert. Auch die Bielefelder Suchmaschine BASE war nominiert. Sie landete hinter „Rock Your Life!“ auf dem zweiten Platz (2.420 Stimmen). [mehr]

Podiumsdiskussion mit Heiner Geißler
In der Universität Bielefeld findet heute Abend eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion statt. Die fünften Bielefelder Rechtsgespräche stehen unter dem Titel „Was tun gegen Neonazis – Demokratie verteidigen“. Diskutiert werden beispielsweise Fragen zum richtigen Umgang mit der rechten Szene. Auf dem Podium sitzen unter anderem Ex-Bundesminister Heiner Geißler und der ehemalige Chef der deutschen Geheimdienste, Hansjörg Geiger. Die Podiumsdiskussion ist öffentlich und beginnt um 18.30 Uhr in Hörsaal 4. [mehr]

Jeder fünfte Deutsche ist latent antisemitisch
Rund ein Fünftel der deutschen Bevölkerung ist latent antisemitisch. Zu diesem Ergebnis kamen Experten im Rahmen einer Untersuchung des Bundestags. Laut der Wissenschaftler zeigt sich der Antisemitismus bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Er zeige sich vor allem in weit verbreiteten Vorurteilen und Klischees über Jüdinnen und Juden. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass der Antisemitismus hauptsächlich von Rechtsradikalen verbreitet wird. Diese seien auch für rund 90 Prozent der Straftaten mit antisemitischem Hintergrund verantwortlich. Aber auch im linken Spektrum und in der Mitte der Gesellschaft zeige sich der Antisemitismus, häufig in der Kritik am Staat Israel. Im europaweiten Vergleich liege Deutschland im Mittelfeld. Besonders weit verbreitet sei der Antisemitismus in Polen, Ungarn und Portugal. Als bislang wichtigste Langzeitstudie zu dem Thema gilt die an der Universität Bielefeld entstandene Studie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

Bielefelder Biologe ausgezeichnet
Der Bielefelder Biologe Prof. Karl-Josef Dietz wird mit dem Gay-Lussac-Humboldt-Preis ausgezeichnet. Geehrt wird er für seine Verdienste um die deutsch-französische Wissenschaftskooperation und seine international anerkannten Forschungsarbeiten. Das Forschungsgebiet von Prof. Karl-Josef Dietz ist die Biochemie und Physiologie von Pflanzen. Konkret untersucht er, wie Pflanzen Signale aus der Umwelt wahrnehmen und sich gegebenenfalls genetisch verändern. Der Gay-Lussac-Humboldt-Preis ist mit 60.000 Euro dotiert. Außerdem ist er mit einem Aufenthalt an einer französischen Forschungseinrichtung verbunden. Prof. Karl-Josef Dietz ist bereits der vierte Wissenschaftler der Uni Bielefeld, der mit diesem Preis ausgezeichnet wird. [mehr]

Youtube wächst und wächst
Auf Youtube werden jeden Tag 4 Milliarden Videos abgerufen. Wie der Mutterkonzern Google mitteilte, ist das ein Zuwachs von 25 Prozent in den letzten acht Monaten. Erklärbar sei der starke Zuwachs unter anderem durch die stärkere Einbindung der Smartphone-Version. Auch das neue Designkonzept der Seite scheine sich ausgezahlt zu haben. Die Youtube-Nutzer rufen aber nicht nur mehr Videos ab, sondern laden auch mehr hoch – laut Google 60 Stunden Material pro Minute.

Politisches Denken teilweise biologisch begründet
Politische Ansichten sind teilweise biologisch begründet. Zu diesem Schluss kommen Psychologen und Politikwissenschaftler der Universität von Nebraska. In Experimenten hatten sie Probanden jeweils zwei Bilder vorgesetzt; ein angenehmes und ein abschreckendes. Über Elektroden auf der Haut wurden emotionale Reaktionen erfasst, über sogenannte Eyetracker die Augenbewegungen. Konservative Wähler reagierten stärker auf unschöne Bilder und fokussierten sie länger. Liberale reagierten im Vergleich stärker auf die angenehmen Bilder und sahen sie länger an. Die Schlussfolgerung der Forscher: Konservative widmen sich eher negativen Aspekten, Liberale konzentrieren sich stärker auf Positives.

Hochschulnachrichten am 23.01.2012

Redaktion: Keywan Tonekaboni

LINKE kritisieren Umgang mit der HIS-IT
Die Bundestags-fraktion der Linken kritisiert den Umgang der Regierung mit dem gescheiterten Studienplatz-Zulassungssystem. Die Regierung gebe dem Hochschul-Informations-System (HIS) die alleinige Schuld am Scheitern. Laut Nicole Gohlke, Hochschulpolitische Sprecherin der Linken, hätten der HIS nicht genügend Gelder zur Verfügung gestanden. Die Linke kritisiert auch die Überlegungen, die HIS-IT zu privatisieren. Ein zentrales Zulassungsverfahren müsse laut die Linke in öffentlicher Hand bleiben.

SPIEGEL: Benno Ohnesorg offenbar gezielt erschossen
Laut Recherchen des Nachrichtenmagazin Der Spiegel wurde der Student Benno Ohnesorg gezielt getötet. Ohnesorg starb 1967 während einer Demonstration gegen den persischen Schah. Der Polizeibeamte Kurras hatte sich bisher darauf berufen bedroht worden zu sein und aus Notwehr gehandelt zu haben. Der Spiegel berichtet von Ermittlungen der Bundesanwaltschaft. Das vorhandene Bildmaterial sowie eine bisher unbekannte Filmsequenz sei mit neuen Verfahren analysiert worden. Demnach war Ohnesorg umgeben von mehreren Polizisten und hatte diese nicht bedrängt. Leitende Polizeibeamte hätten die Tat vertuscht. Gegenüber dem Sender rbb sagte die Staatsanwaltschaft, dass die neuen Erkenntnisse für ein neues Verfahren nicht reichen würden. Der Tod von Benno Ohnesorg hatte für die Studentenproteste der sogenannten 68er eine hohe Symbolwirkung.

Uni Bielefeld fördert Nachwuchswissenschaftler
Die Universität Bielefeld fördert 14 Nachwuchswissenschaftler. Dazu hat sie zum dritten Mal Fördermittel aus dem Bielefelder Nachwuchsfonds zur Forschungsförderung vergeben. Insgesamt sind 97.000 Euro unter den Gewinnern verteilt worden. Neben finanziellen Mitteln bietet das Programm auch Unterstützung bei der Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Karriere. Mittel aus dem Bielefelder Nachwuchsfonds werden zwei Mal jährlich vergeben. Eine Bewerbung für die nächste Vergaberunde ist bis zum 15. April möglich.

It’s OWL gewinnt Wettbewerb des Bundes
Die Regionale-Hightechstrategie „It’s OWL“ gewinnt den Spitzencluster-Wettbewerb des Bundes. Das Projekt „Intelligente Technische Systeme“ („it’s OWL“) ist eine von fünf ausgezeichneten technischen Initiativen und erhält 40 Millionen Euro für die Entwicklung neuer Technologien. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze gratuliert den Gewinnern aus OWL. „It’s OWL“ zeige vorbildlich die Vernetzung von Firmen und Hochschulen in der Region. Ziel der Initiative ist die Stärkung der Stellung von Maschinenbau, Elektronikindustrie und Automobilindustrie in OWL.

Mehr Ausgaben für Bildung und Hochschulen in NRW
In NRW soll der Gesamtetat des Bildungsministeriums in diesem Jahr um 7,2 Prozent steigen. Wissenschaftsministerin Svenja Schulze stellte im Wissenschaftsausschuss des Landtags ihren Haushaltsentwurf für 2012 vor. Daraus geht hervor, dass die Investitionen für Innovation, Wissenschaft und Forschung auf 6,7 Milliarden Euro erhöht werden sollen. Die Mittel für Hochschulen und Medizin sollen nach den vorliegenden Entwürfen sogar überdurschnittlich steigen.

Apple will in den Schulbuchmarkt einsteigen
Apple will in den Markt für digitale Schul- und Lehrbücher einsteigen. Dazu präsentierte der Computer-Konzern eine kostenlose Software, um eigene interaktive Bücher zu produzieren. Apple will das iPad als zentrales Lesegerät für Schulbücher etablieren und hat zudem den eigenen eBook-Laden um Schulbücher erweitert. Diese stehen aber nur in den USA zur Verfügung, wo der Konzern mit mehreren Lehrbuch-Verlagen eine Kooperation vereinbart hat. Laut der Nachrichtenseite Heise führt Apple auch Verhandlungen mit deutschen Verlagen.

Hochschulnachrichten am 18.01.2012

Redaktion: Swenja Wütscher

Englisches Wikipedia geht aus Protest offline
Die englischsprachige Online-Enzyklopädie Wikipedia geht für 24 Stunden vom Netz. Grund für die Abschaltung sind zwei geplante Gesetze, mit deren Hilfe gegen Anbieter von Raubkopien vorgegangen werden soll. Bei einer Verabschiedung hätten beide Gesetze verheerende Folgen für das freie und offene Web, teilte die Wikimedia Foundation mit, die das freie Online-Lexikon betreibt. Die Abschaltung hat heute Morgen bereits gestartet. Auch zahlreiche andere Internet-Angebote haben angekündigt heute mit Abschaltungen oder Bannern gegen die Gesetzesinitiativen zu protestieren, darunter Reddit, Mozilla und WordPress.

Timmermann: „Rasche Lösung für Studienplatzvergabe“
Der Präsident des Deutschen Studentenwerks Prof. Dieter Timmermann fordert alle Beteiligten auf, den Streit um das Internet-gestützte bundesweite Zulassungsverfahren für NC-Studienfächer rasch zu beenden. Vor der heutigen Experten-Anhörung im Bundestagsausschuss erklärte Timmermann, dass alles daran gesetzt werden solle, rasch zu einer Lösung zu kommen. Es sei für eine Bildungsrepublik und den Hochtechnologie-Standort Deutschland peinlich genug, dass es entgegen vieler Ankündigungen noch immer kein funktionsfähiges Online-Zulassungsverfahren gebe. Leidtragende seien neben den Hochschulen selbst die vielen jungen Menschen, die sich um einen Studienplatz in einem Fach mit Numerus Clausus bewerben. Doch ihnen nütze es herzlich wenig, wenn jetzt der Schwarze Peter zwischen dem Bund, den Ländern, den Hochschulen und den beteiligten Software-Unternehmen hin- und her geschoben werde, so Timmermann. Anstelle eines weiteren politischen Streits sollten alle Beteiligten jetzt einen konkreten, realistischen und belastbaren Fahrplan entwerfen, der darstelle, wie es mit dem bundesweiten Online- Zulassungsverfahren weitergehen könne beziehungsweise solle. Außerdem solle alles dafür getan werden, dass nicht noch mehr Jahre ins Land gehen, bis dieses Verfahren endlich stehe.

Mehr Straßenbahn für Bielefeld
Die Stadt Bielefeld und das Verkehrsunternehmen mobiel wollen das Straßenbahnnetz ausbauen. Eine neue Stadtbahnlinie 5 nach Heepen wäre wirtschaftlich, so das Ergebnis der Machbarkeitsstudie „Mobiel 2030“. Weitere Ergänzungen sehen die Verlängerungen der Linie 1 und 3 vor. Das Bielefelder Liniennetz soll demnach größentechnisch ungefähr verdoppelt werden. Oberbürgermeister Pit Clausen sieht in MoBiel 2030 eine der großen Zukunftsaufgaben der Stadt. Wichtig sei die frühzeitige Diskussion mit den Bürgern, da das Vorhaben nur mit einer breiten gesellschaftlichen Zustimmung erfolgreich sein könne. Bis das soweit ist, werden aber noch zehn Jahre ins Land gehen. Kosten soll das Projekt mindestens 160 Millionen Euro.

“Wochen der Studienorientierung 2012″ gestartet
In Nordrhein-Westfalen sind die „Wochen der Studienorientierung 2012“ gestartet. Studieninteressierten werden damit jetzt über 300 Informationsveranstaltungen angeboten, die in einer gemeinsamen Aktion der Hochschulen und mehrerer Ministerien zusammengestellt worden sind. Wer studieren wolle, wünsche sich oft Beratung. Das sei angesichts der Fülle an attraktiven Studiengängen und Berufsbildern mittlerweile auch notwendig, sagte Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW. Die „Wochen der Studienorientierung“ helfen den angehenden Studierenden dabei, sich auf diese schwierige Entscheidung vorzubereiten und sie bei der Wahl des richtigen Studiengangs zu unterstützen, so Schulze weiter. So können Studieninteressierte beispielsweise Vorlesungen besuchen oder eine individuelle Studienberatung in Anspruch nehmen. Die „Wochen der Studienorientierung“ bieten den Schulen hierbei einen verlässlichen Zeitraum, in dem die jungen Menschen auf der Grundlage ihrer Potenziale und Neigungen Einblicke in die Studiengänge und die universitäre Praxis erhalten. Noch bis zum 3. Februar laufen die Wochen der Studienorientierung. [mehr]

Künstliche Nerven reagieren wie die Echten
Künstliche Nerven reagieren wie die Echten. Das haben Bielefelder Physiker jetzt herausgefunden. Selbst Superrechner sind noch nicht so effizient wie das menschliche Gehirn. Weltweit versuchen Wissenschaftler daher Nervenzellen künstlich nachzubauen, um zu verstehen wie Gehirne arbeiten und dann leistungsfähigere Computer bauen zu können. Forscher der Uni Bielefeld haben jetzt gezeigt, dass eine neue Sorte von mikroskopisch kleinen Elektronikbauteilen in der Lage ist, wesentliche Eigenschaften von natürlichen Nerven zu imitieren. Damit bestätigen die Forscher die Annahme, dass diese zum Bau künstlicher Gehirne und Nervensysteme genutzt werden können. Ihre Ergebnisse sind gestern in der Fachzeitschrift „Advanced Materials“ veröffentlicht worden.

Rundfunkgebühr bleibt bis 2014 stabil
Die öffentlich-rechtlichen Sender müssen mit mehr als einer Milliarde Euro weniger Gebühren auskommen, als sie angemeldet hatten. Denn die Rundfunkgebühren für ARD, ZDF und Deutschlandradio werden bis Ende 2014 nicht angehoben. Das teilte die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten mit. Damit stagniert die Gebühr bei höchstens 17.98 Euro pro Monat. Es sei nämlich noch nicht abzusehen, wie sich die beschlossene Umstellung auf das geräteunabhängige Beitragsmodell auswirke, so die Kommission. Von 2013 an müssen die Bürger nicht mehr pro TV- oder Radiogerät den Rundfunkbeitrag entrichten. Ab dann gilt ein Beitrag pro Wohnung.

Entschlüsselung eines süßen Geheimnisses
Biologen der Uni Bielefeld und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik haben die Genomsequenz der Zuckerrübe identifiziert. Im Falle der Zuckerrübe ist dies besonders interessant, da sie mit anderen Pflanzen, deren Genome bereits entschlüsselt wurden, nur entfernt verwandt ist und deshalb völlig neue Erkenntnisse zu Pflanzenaufbau und -funktion zu erwarten sind. Die Entschlüsselung ermögliche nun eine beschleunigte und zielgerichtete Züchtung leistungsfähiger, robuster und ertragreicher Zuckerrübensorten, sagte Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung. Diese seien im Idealfall krankheitsresistent und unempfindlich gegenüber Umwelt- und Klimaeinflüssen wie Hitze und Trockenheit. Finanziert wurde die Arbeit der Biologen mit drei Millionen Euro Fördergeldern des Bundesforschungsministeriums.

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