Hörsaal Archiv 2010

[Foto: Pink Dispatcher, by-sa]


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Die Bielefelder Sozialgeschichte – Podiumsdiskussion
Dienstag, den 28. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Die „Bielefelder Schule“ ist zu ihrem eigenen Markenzeichen geworden und bei Freunden wie Gegnern weiterhin präsent. Der Band „Die Bielefelder Sozialgeschichte“ porträtiert dieses geschichts- wissenschaftliche Programm im Westdeutschland der 1970er und 1980er Jahre in einer kommentierten Zusammenstellung wichtiger programmatischer Texte und widerstreitender Beiträge zu diversen historiografischen Kontroversen. Damit sind aber bei weitem nicht alle Fragen geklärt. Wie kam es zum Aufstieg dieses sehr speziellen „sozialgeschichtlichen Paradigmas“? Wie weit sind „Bielefelder“ Einflüsse in die geschichtswissenschaftliche Landschaft der Bundesrepublik und weit darüber hinaus diffundiert? Ist die „Bielefelder Sozialgeschichte“ wirklich überholt, wie manche kulturwissenschaftlich beeinflusste Gegenströmungen in den 1990er Jahren vielleicht vorschnell meinten? Diese Fragen, die an den vorgelegten Band anknüpfen, aber weit über ihn hinausführen, wurden in einer Podiumsdiskussion am 18. November 2010 aufgeworfen. Anwesend waren die beiden herausgeber des Bandes, Bettina Hitzer und Thomas Welskopp sowie Hans-Ulrich Wehler, einer der Begründer der „Bielefelder Schule“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Vito Gironda.
Fehl-Leistungen in psychoanalytischer Sicht. Fehler, die die Wahrheit uns begehen lässt: Versprechen, Vergessen, Verlieren, Verlegen, Vergreifen, Vertun
Montag, den 27. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Fehlleistung oder Fehlhandlung im psychoanalytischen Sinn kann man definieren als eine Aktion, durch die ein Subjekt gegen seinen Willen einen Zweck, den es mit bewusster Überlegung verfolgt und den es gewöhnlich erfolgreich verwirklichen kann, durch eine Handlung oder ein Verhalten ersetzt, die, für es selbst überraschend und zumeist als eigene Absicht abgeleugnet, ein anderes Ziel erreichen. Der Ton liegt dabei auf dem Ergebnis, dem anderen Ziel der Leistung. Neben den Träumen, den Auffälligkeiten der Sexualität und den Symptomen der Neurotiker sind die Fehlleistungen, die beim Menschen vorkommen, also ganz “normal” sind, allgemeine und sehr häufige Störungen der psychischen Funktion, die den Einfluss des Unbewussten auf unser Leben anzeigen. Statt als Zufälligkeit oder unbedeutende Funktionsstörung abgetan zu werden, sollten sie ernst genommen werden als Hinweis auf ein unbewusstes Motiv, das sich zur Geltung bringt. Einen Ansatz zur Deutung solcher Fehlleistungen erklärte der Psychoanalytiker Dr. Claus von Bormann in seinem Vortrag vom 29. November.
Eine kleine Ausnahme machen wir diese Woche, was die Sendezeiten für unseren Vortrag aus der Reihe Forum Offene Wissenschaft angeht. Normalerweise läuft der aktuelle Vortrag der Reihe immer montags um 16 und 24 Uhr, aus aktuellem Anlass muss er allerdings auf Mittwoch (zu den gleichen Zeiten) verschoben werden. Am Montag, dem 20. Dezember senden unsere Tagesredakteure nämlich ab 16 Uhr ihre erste eigene Sendung – die Feuertaufe.
‘Lob des Fehlers’ oder ‘Wo Fehler produktiv sein können’ am Beispiel der Schulentwicklung
Mittwoch, den 22. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
“Der Fehler ist das Salz des Lernens” – das ist eigentlich nur das alte Lied der Evolution. Man stelle sich vor, Einzeller hätten bei ihrer Vermehrung einen perfekten Schutz gegen Kopierfehler gehabt – es würde uns schlicht nicht geben. Mutationen ermöglichen die Evolution. Fehler sind also nicht nur das Salz des Lernens, sondern des Lebens. Wenn wir die Evolution als einen Lernprozess begreifen, den die menschliche Kultur noch weiter intensiviert hat, ein Lernprozess deren Teil wir sind, dann lösen wir uns von einem eingeschränkten Verständnis, das im Lernen nur die passive Seite von Belehrungen sehen konnte. An Kindern kann man beobachten, wie Lernen geht. Sprache lernen sie durch Fehler und Berichtigung, durch Ausprobieren und Reformulierungen. Den aufrechten Gang lernen sie von Fall zu Fall und über Fehlversuche – nicht durch Belehrung. Ließen sich Fehlerverbote bei Kindern tatsächlich durchsetzen, sie erwiesen sich als Entwicklungsverbote. Der Journalist Reinhard Kahl rief in seinem Vortrag vom 13. Dezember 2010 energisch dazu auf, mehr und vor allem früher Fehler zu machen. Denn: das Neue kommt als Fehler auf die Welt, zumindest aus der Sicht dessen, was bis dahin war.
Die Einkommen in der Klassengesellschaft: Wer verdient warum wie viel?
Dienstag, den 21. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Die Frage nach dem Einkommen ist in der Marktwirtschaft existentiell. Wie viel Geld ein Wirtschaftsbürger für wie viel Arbeitsaufwand heim trägt, entscheidet über sein Leben; darüber nämlich, ob ihm die Güter des täglichen Bedarfs sowie des Genusses in ausreichender Menge und Qualität zugänglich sind und ob die für deren Beschaffung erforderliche Arbeit auch noch Lebenszeit und Lebenskraft für Genuss und die Entwicklung freier Interessen übrig lässt. Jeder weiß, dass die Einkommen in der Marktwirtschaft krass verschieden ausfallen: vom Null-Einkommen der Arbeitslosen reichen sie über Hungerlöhne im wachsenden Niedriglohnsektor über schmale, mittlere und bessere Arbeitslöhne zu Beamten- und Politikgehältern. Unter den Selbstständigen gibt es noch einmal die weite Spannen vom Elend der Ich-AGs und der kleinen Handwerker bis zu den ein- und zweistelligen Millionenbeträgen der Manager. Das steile Gefälle gibt zu denken. Statt die Frage nach der Gerechtigkeit der Einkommensverteilung zu beantworten, erklärte Prof. Freerk Huisken in seinem Vortrag vom 14. Dezember 2010 wie die Einkommen entstehen. Mit welchen Mitteln sichern sich die verschiedenen Teilnehmer an der Wirtschaft ihren Anteil? Wofür werden sie bezahlt? Erklärt werden Grund, Zweck und Quelle der diversen Einkommen.
Atomkraft im nationalen Energiemix – eine Waffe in der imperialistischen Staatenkonkurrenz
Dienstag, den 14. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Um in einer kapitalistischen Gesellschaft wie unserer Wachstum zu erwirtschaften, muss eine ständige, sichere Energieversorgung gewährleistet sein. Daher kümmert sich der Staat darum, dass seine Bürger und Bürgerinnen, aber besonders seine Wirtschaft mit Strom versorgt werden. Welche Rolle dabei nun die Atomkraft spielt, dieser Frage ging Jonas Köper in seinem Vortrag vom 16. November 2010 nach. Wie geht die Politik mit der Atomkraft um? Welche Bedeutung hat die Atomkraft für die bundesdeutsche Regierung? Veranstaltet wurde der Vortrag von der AG Analyse und Kritik.
Umgang mit Fehlern im Gesundheitswesen. Auf dem Wege der Enttabuisierung
Montag, den 13. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Die Veranstaltungsreihe Forum Offene Wissenschaft beschäftigt sich im laufenden Semester mit dem Themenkomplex “Fehler”. Auch im Gesundheitswesen kann es zu Fehlern kommen, Ärzte sind schließlich auch nur Menschen. Wenn es um kleinere Probleme geht, sind die Irrtümer meist zu verschmerzen. Wenn es aber um größere, gravierendere Fehler geht, betrifft das letztlich die Gesundheit der Menschen – also das größte Gut überhaupt. Wie man mit solchen Fehlern im Gesundheitswesen umgeht, damit beschäftigte sich Prof. Dr. Matthias Schrappe vom Institut für Patientensicherheit der Uni Bonn in seinem Vortrag vom 06. Dezember 2010.
Eine kleine Ausnahme machen wir diese Woche, was die Sendezeiten für unseren Vortrag aus der Reihe Forum Offene Wissenschaft angeht. Normalerweise läuft der aktuelle Vortrag der Reihe immer montags um 16 und 24 Uhr, aus aktuellem Anlass muss er allerdings auf Mittwoch (zu den gleichen Zeiten) verschoben werden. Am Montag, dem 06. Dezember feiern wir nämlich unser 10-jähriges Bestehen und sind zwischen 10 und 20 Uhr live für euch on Air.
Fehl-Leistungen in psychoanalytischer Sicht. Fehler, die die Wahrheit uns begehen lässt: Versprechen, Vergessen, Verlieren, Verlegen, Vergreifen, Vertun
Mittwoch, den 08. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Fehlleistung oder Fehlhandlung im Psychoanalytischen Sinn kann man definieren als eine Aktion, durch die ein Subjekt gegen seinen Willen einen Zweck, den es mit bewusster Überlegung verfolgt und den es gewöhnlich erfolgreich verwirklichen kann, durch eine Handlung oder ein Verhalten ersetzt, die, für es selbst überraschend und zumeist als eigene Absicht abgeleugnet, ein anderes Ziel erreichen. Der Ton liegt dabei auf dem Ergebnis, dem anderen Ziel der Leistung. Neben den Träumen, den Auffälligkeiten der Sexualität und den Symptomen der Neurotiker sind die Fehlleistungen, die beim Menschen vorkommen, also ganz “normal” sind, allgemeine und sehr häufige Störungen der psychischen Funktion, die den Einfluss des Unbewussten auf unser Leben anzeigen. Statt als Zufälligkeit oder unbedeutende Funktionsstörung abgetan zu werden, sollten sie ernst genommen werden als Hinweis auf ein unbewusstes Motiv, das sich zur Geltung bringt. Einen Ansatz zur Deutung solcher Fehlleistungen erklärte der Psychoanalytiker Dr. Claus von Bormann in seinem Vortrag vom 29. November.
Die Bielefelder Sozialgeschichte – Podiumsdiskussion
Dienstag, den 07. Dezember um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Die „Bielefelder Schule“ ist zu ihrem eigenen Markenzeichen geworden und bei Freunden wie Gegnern weiterhin präsent. Der Band „Die Bielefelder Sozialgeschichte“ porträtiert dieses geschichts- wissenschaftliche Programm im Westdeutschland der 1970er und 1980er Jahre in einer kommentierten Zusammenstellung wichtiger programmatischer Texte und widerstreitender Beiträge zu diversen historiografischen Kontroversen. Damit sind aber bei weitem nicht alle Fragen geklärt. Wie kam es zum Aufstieg dieses sehr speziellen „sozialgeschichtlichen Paradigmas“? Wie weit sind „Bielefelder“ Einflüsse in die geschichtswissenschaftliche Landschaft der Bundesrepublik und weit darüber hinaus diffundiert? Ist die „Bielefelder Sozialgeschichte“ wirklich überholt, wie manche kulturwissenschaftlich beeinflusste Gegenströmungen in den 1990er Jahren vielleicht vorschnell meinten? Diese Fragen, die an den vorgelegten Band anknüpfen, aber weit über ihn hinausführen, wurden in einer Podiumsdiskussion am 18. November 2010 aufgeworfen. Anwesend waren die beiden herausgeber des Bandes, Bettina Hitzer und Thomas Welskopp sowie Hans-Ulrich Wehler, einer der Begründer der „Bielefelder Schule“. Moderiert wurde die Veranstaltung von Vito Gironda.