Hörsaal Archiv 2009

[Foto: Pink Dispatcher, by-sa]


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Normen des Grundgesetzes und die normative Kraft des Faktischen
Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 16 Uhr
Seit dem 8. Mai 1949 existiert das deutsche Grundgesetz und ist damit eine sehr moderne Staatsverfassung. Doch viele wissen gar nicht so recht, welche Änderungen das deutsche Grundgesetz bereits durchlaufen hat. Prof. Dr. Andreas Fisahn von der Fakultät für Rechtswissenschaften der Uni Bielefeld bietet in seinem Vortrag vom 13. Juli 2009 einen bunten Rundumschlag durch die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland. Dabei hebt er, neben sehr publik gemachten Prozessen wie dem Lissaboner Vertrag, besonders unbekanntere Aspekte der Abwandlung des deutschen Grundgesetzes hervor.
In dubio pro securitate? – Wenn die Freiheit an ihrer Verteidigung stirbt
Dienstag, den 29. Dezember 2009 um 16 Uhr
Ein demokratischer Staat versucht seinen Bürgern so viel Freiheit zu gewähren wie möglich. Dabei schafft er im Laufe der Zeit immer neue Gesetze um besagte Freiheit zu schützen. Wo aber ist die Grenze? Wann beschränkt der Staat mit seinen Gesetzen die Freiheit mehr als dass er sie verteidigt? Mit diesem Thema hat sich Dr. Heribert Prantl von der Redaktion Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung in München beschäftigt. Ein Vortrag vom 06. Juli 2009.
Politische Justiz in der Bundesrepublik im Kalten Krieg 1947-1962
Montag, den 28. Dezember 2009 um 16 Uhr
Der Kalte Krieg dauerte 45 Jahre, von 1945 bis 1990. Im Mittelpunkt stand der Konflikt zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Kalt war der Krieg deshalb, weil er nicht offen, sondern vielmehr passiv geführt wurde. Prof. Dr. Alexander von Brünneck beschäftigte sich am 08. Juni 2009 mit der Zeit des Kalten Krieges. Prof. von Brünneck lehrt an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder.
Der Bologna-Prozess: Hochschulen werden zu Standortressourcen umgebaut und ein Studentenprotest will dies noch effektivieren
Mittwoch, den 23. Dezember 2009 um 16 Uhr
Der Diskurs um die Bologna-Reform des Hochschulwesens ist seit dem Beschluss im Jahre 1999 ein ständiger Begleiter von Studierenden, Lehrenden und Hochschulpolitkern. Hochschlupolitikern erscheint ein gebührenfreies Studium von mehr als acht Semestern wie eine Einladung zur Faulheit, während immer mehr Studierende unter dem Druck des Studiums zusammenbrechen und aufgeben. Freerk Huisken von der Universität Bremen nahm das Thema Bologna am 08. Dezember 2009 hier in bielefeld genauer unter die Lupe. Die AG Freie Bildung hatte ihn eingeladen, um die Debatte um den Bologna-Prozess noch einmal von hinten aufzurollen. Da alle beteiligten Parteien unterschiedliche Vorstellungen von der Durchsetzung und den Zielen Bolognas haben, galt es zunächst einmal, Klarheit zu schaffen.
“… dass man kein Kind mehr ist.” Initiationen in Francois Truffauts Film “Quatre Cent Coups” (1959) und in Marie Luise Kaschnitz´ Kurzgeschichte “Popp und Mingel” (1960)
Dienstag, den 22. Dezember 2009 um 16 Uhr
Initiation ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet so viel wie “Einweihung”. Gemeint ist der rituelle Eintritt in ein neues Lebensstadium bzw. die Übergangszeit von einem zum nächsten Lebensabschnitt. Dabei handelt es sich um Wendepunkte in der Entwicklung eines Menschen, die sein Leben und seinen gesellschaftlichen Status von Grund auf verändern, z.B. die Pubertät. Prof. Dr. Elisabeth Paefgen von der FU Berlin sprach am 20. Juli 2009 über literarische und filmische Umsetzungen des Themas anhand zweier Geschichten und die Anwendbarkeit bzw. den Umgang mit dem Thema im Unterricht.
Scheiterte die Wirtschaftswissenschaft an der Finanzkrise? Wusste sie nichts – oder wurde sie nicht gehört?
Montag, den 21. Dezember 2009 um 16 Uhr
Heiner Flassbeck ist einer der radikalsten Kritiker des ökonomischen Mainstream. An vielen Beispielen zeigt er, wie sich die herrschende Lehre in der Wirtschaftswissenschaft von der Realität entfernt und Politikempfehlungen gegeben hat, die unmittelbar in die Krise führten. Flassbeck verteidigt aber auch die Marktwirtschaft gegen den Kapitalismus. Die Krise ist sicher eine fundamentale Krise des Kapitalismus, aber nicht notwendigerweise eine Krise der Marktwirtschaft. Die globalisierte Wirtschaft und Deutschland müssen sich rückbesinnen auf die soziale Marktwirtschaft, um eine Gesellschaft für die Menschen zu schaffen statt neue Menschen für eine längst überwundene primitive Form des Wirtschaftens, genannt Kapitalismus. Diese Thesen vertrat Heiner Flassbeck selbstverständlich auch vehement in seinem Vortrag vom 14. Dezember 2009. Mit seinem Thema fügte sich Flassbeck in die Reihe Forum Offene Wissenschaft ein, die dieses Semester der Frage “Wissenschaft für die Gesellschaft?” nachgeht.
Deutsche Zustände – Eine empirische Bestandsaufnahme
Mittwoch, den 16. Dezember 2009 um 16 Uhr
Welche Rolle spielt die Region für die Entwicklung von Vorurteilen? Welche Rolle spielt die Höhe des Ausländeranteils bei der Entwicklung vom Fremdenfeindlichkeit und welche Konsequenzen hat dies? Auf diese Fragen gehen die Diplompsychologin Sandra Hüpping und der Diplomsoziologe Franz Asbrock von der Uni Bielefeld in ihrem Vortrag ein. Empirische Untersuchungen sollen uns zeigen, wie es momentan in Deutschland aussieht und was vor sich geht. Ein Vortrag vom 30. April 2007.
Interkulturelles filmisches Erzählen: Fatih Akins „Gegen die Wand“ im Literaturunterricht
Dienstag, den 15. Dezember 2009 um 16 Uhr
Jeden Tag laufen Filme im Fernsehen, am Wochenende sind die Kinos prall gefüllt. Aber oft sind es nur Aktionstreifen mit vielen Special-Effekts und wenig Story. Nichts gegen solche Filme um einfach mal abzuschalten, doch wie oft schauen wir wirklich anspruchvolle Filme und machen uns später Gedanken darüber? Um “Interkulturelles filmisches Erzählen” geht es in Oliver Rufs Vortrag vom 11. Mai 2009. Als Beispiel für sein Thema dient der Film „Gegen die Wand“ von Fatih Akins.
“Wes Brot ich ess”!? Wege und Folgen der Forschungsfinanzierung in Deutschland
Montag, den 14. Dezember 2009 um 16 Uhr
Am 07. Dezember 2009 sprach der Soziologe Prof. Dr. Peter Weingart im Rahmen der Veranstaltungsreihe Forum Offene Wissenschaft. Der Titel legt die Annahme nahe, dass der Staat und die Wirtschaft der Wissenschaft vorgeben, was sie zu forschen hat. Ganz so einfach ist es aber nicht; die Wissenschaft produziert neues Wissen, von dem niemand vorher weiß, wie es aussieht. Das ist das Wesen von Forschung und Innovation. geld wirkt zunächst nur selektiv; es entscheidet darüber, in welchen Bereichen geforscht wird. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Wissenschaftspolitik und die Formen der Forschungsfinanzierung.
Deutsche Zustände – Eine empirische Bestandsaufnahme
Mittwoch, den 09. Dezember 2009 um 16 Uhr
Welche Rolle spielt die Region für die Entwicklung von Vorurteilen? Welche Rolle spielt die Höhe des Ausländeranteils bei der Entwicklung vom Fremdenfeindlichkeit und welche Konsequenzen hat dies? Auf diese Fragen gehen die Diplompsychologin Sandra Hüpping und der Diplomsoziologe Franz Asbrock von der Uni Bielefeld in ihrem Vortrag ein. Empirische Untersuchungen sollen uns zeigen, wie es momentan in Deutschland aussieht und was vor sich geht. Ein Vortrag vom 30. April 2007.
Demokratisierung durch Intervention von außen – ein Widerspruch?
Dienstag, den 08. Dezember 2009 um 16 Uhr
Im Wintersemester 2006/2007 wurde in der Veranstaltungsreihe Forum Offene Wissenschaft über das System Demokratie diskutitert. Die Fragestellung lautete “Was wird aus der Demokratie – Was soll aus ihr werden?”. Am 06. November 2006 warf Prof. Dr. Heiner Bielefeldt die Frage auf, ob man demokratische Zustände durch Intervention überhaupt erreichen könne. Im Mittelpunkt seines Vortrages steht der Konflikt, dass Demokratie teilweise mit gewaltsamem Nachdruck in einem Land eingeführt werden soll. Welche sinnvollen Möglichkeiten zur Demokratisierung es gibt erfahrt ihr im Hörsaal auf Hertz 87.9
Verantwortung der Wissenschaft für ihre Folgen: Wie kann sie im Verhältnis von Fachwissenschaft und Politik wahrgenommen werden?
Montag, den 07. Dezember 2009 um 16 Uhr
1957 verweigerten führende Physiker in der “Göttinger Erklärung” ihre Bereitschaft, an der geplanten atomaren Aufrüstung der Bundesrepublik teilzunehmen. Als unverhältnismäßiger Übergriff in die Politik kritisiert, war dies eine Weichenstellung und Wegweisung für wissenschaftliche Verantwortung. Zahlreiche ähnliche Beispiele gibt es in der Wissenschaftsgeschichte; z.B. die Konferenz der Gentechnologen von 1975 oder die Einrichtung der Strahlenschutzkommision. Zudem gibt es seit längerer Zeit Ansätze, wissenschaftliche Methoden der Abschätzung und Bewertung von Folgen neuer Technologie zu entwickeln (Technikfolgenforschung). Die Wissenschaft versucht also, Verantwortung für die Folgen der Wissenschaft wissenschaftlich wahrzunehmen, weil sie dies am besten kann – aber reicht das? Dieser Frage ging der Bielefelder Soziologe Prof. Dr. Wolfgang Krohn in seinem Vortrag vom 30. November 2009 nach.
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