Fehl-Leistungen in psychoanalytischer Sicht. Fehler, die die Wahrheit uns begehen lässt: Versprechen, Vergessen, Verlieren, Verlegen, Vergreifen, Vertun
Dienstag, den 24. Januar um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Fehlleistung oder Fehlhandlung im psychoanalytischen Sinn kann man definieren als eine Aktion, durch die ein Subjekt gegen seinen Willen einen Zweck, den es mit bewusster Überlegung verfolgt und den es gewöhnlich erfolgreich verwirklichen kann, durch eine Handlung oder ein Verhalten ersetzt, die, für es selbst überraschend und zumeist als eigene Absicht abgeleugnet, ein anderes Ziel erreichen. Der Ton liegt dabei auf dem Ergebnis, dem anderen Ziel der Leistung. Neben den Träumen, den Auffälligkeiten der Sexualität und den Symptomen der Neurotiker sind die Fehlleistungen, die beim Menschen vorkommen, also ganz “normal” sind, allgemeine und sehr häufige Störungen der psychischen Funktion, die den Einfluss des Unbewussten auf unser Leben anzeigen. Statt als Zufälligkeit oder unbedeutende Funktionsstörung abgetan zu werden, sollten sie ernst genommen werden als Hinweis auf ein unbewusstes Motiv, das sich zur Geltung bringt. Einen Ansatz zur Deutung solcher Fehlleistungen erklärte der Psychoanalytiker Dr. Claus von Bormann in seinem Vortrag vom 29. November.
Wisdom of the Crowd
Montag, den 23. Januar um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Am 16. Januar 2012 war Prof. Dr. Wolfgang Krohn zu Gast beim Forum Offene Wissenschaft. Das Internet verbindet immer mehr Menschen miteinander, die nicht nur konsumieren, sondern Informationen suchen, sich an Diskussionsforen beteiligen und Probleme lösen wollen. Über die neuen interaktiven und kollaborativen Vernetzungsmöglichkeiten des Web 2.0 sind zahlreiche Foren entstanden, in denen Menschen ihr Wissen sowohl einspeisen wie beziehen um in Fragen der Politik, Wirtschaft, Gesundheit, Erziehung, Sport, Ernährung und Unterhaltung auf dem Laufenden zu bleiben. In dem Vortrag soll die Qualität dieses durch die Vielen erzeugte Wissen untersucht werden. Wie kann es sein, dass hier nicht (nur) massenhaft Halbwissen, Unsinn und Vorurteile produziert werden, sondern Informationen, Problemlösungen. Prognosen und Gestaltungsvorschläge, die es durchaus mit der offiziellen Politik, den Managementstrategien der Konzerne und den anerkannten Bildungsquellen aufnehmen können? Ist möglicherweise die Weisheit der Vielen sogar der Experten überlegen? Und wenn ja, ergeben sich daraus auch neue Chancen für politische Willensbildungsprozesse, die unsere Demokratie bereichern? Der Vortrag wird die Bedingungen umreißen, unter denen eien solche Erweiterung unseres öffentlichen und politischen Raums möglich erscheint.