Drowning in Data?
Dienstag, den 08. Mai um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Im Rahmen der zehnten Bibliothekskonferenz, zu der sich mehr als 250 internationale Bibliothekare in der Bielefelder Stadthalle trafen, wurden auch zwei öffentliche Vorträge angeboten. Am 25. April war Anne Trefethen aus Oxford zu Gast. Sie hielt ein Vortrag zum Thema Daten. In Zukunft werden Dateninhalte zunehmen, mit einem prognostizierten Wachstum von 40% in globalen Daten, die durch den Handel und Einzelpersonen pro Jahr erzeugt werden. Die Wissenschaft beschäftigt sich mit neuen Feldern wie zum Beispiel die Studie von Tweets oder die Vorhersage von Erdbeben basierend auf neuen Beobachtungen. Genomik, Radioastronomie und die Suche nach fundamentalen Teilchen am Large Hadron Collider produzieren viele Petabyte an Daten, die aus hoch entwickelten Instrumenten abgeleitet werden. Die Daten bringen neue Entdeckungen mit sich, indem sie das benutzen, was bei wissenschaftlichen Untersuchung als das vierte Paradigma bezeichnet wird. Diese Präsentation gibt einen Überblick über die vielfältige Natur und den Reichtum der Daten, der Vielfalt von Datenmerkmalen und auf die Auswirkung auf Wissenschaft und unser Leben.
Städte in der Stadt – Gefahren und Chancen
Montag, den 07. Mai um 16 und die Wiederholung um 24 Uhr
Am 30. April 2012 war Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier zu Gast im Forum offene Wissenschaft. Soziologen bezeichnen als “Stadt” eine “dauerhafte menschliche Siedlung”, die durch Größe, Dichte und (vor allem) “Heterogenität” gekennzeichnet ist. Heterogenität meint Vielfalt von Raumnutzung und Vielfalt der Menschen, ihrer Lebenslagen, Lebensformen und Lebensstile. Heterogenität darf nicht mit Mischung verwechselt werden. “Durchschnitt” (zum Beispiel den durchschnittlichen Einwandereranteil) gibt es heute in keinem Stadtteil. Das räumliche Muster der Organisation von Heterogenität ist “Segregation”. Segregation ist städtisch und es gibt sie, seit es Städte gibt. Damit ist “funktionale Segregation” (die räumliche Trennung von Gewerbe und Wohnen) gemeint und “sozialräumliche Segregation”, die wachsende räumliche Trennung von armen und reichen, alten und jungen und von einheimischen und eingewanderten Menschen in der Stadt. Neu ist der zunehmende Zusammenhang dieser drei Dimensionen der sozialräumlichen Segregation. Die meisten Kinder wachsen dort auf, wo die meisten Armen und die meisten “Ausländer” leben. Die zunehmende soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft wird in den Städten als immer tieferer Graben zwischen “Oberstadt” und “Unterstadt” sichtbar. Der Vortrag untersuchte anhand von aktuellen Daten Strukturen und Entwicklungen der sozialräumlichen Segregation in deutschen Großstädten. Er fragte nach den Bedingungen, unter denen Segregation entsteht. Er problematisierte die Folgen für die Menschen (vor allem die Kinder) in der “Unterstadt” und (angesichts des demographischen Wandels der letzten Jahrzehnte) für die Zukunft unserer Gesellschaft, und er diskutierte Handlungsoptionen für Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik.