Hochschulnachrichten am 24.01.2012
Redaktion: Christopher Kulling
Studentisches Mentorenprojekt ist Hochschulperle 2011
Das studentische Projekt „Rock Your Life!“ ist zur „Hochschulperle 2011“ gewählt worden (3.316 Stimmen). Das gab der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft gestern bekannt. „Rock Your Life!“ qualifiziert Studenten als Mentoren für Schüler. Neben schulischen und persönlichen Hilfestellungen, geben die Mentoren den Schülern auch Tipps zum Einstieg in die Berufswelt. Das Projekt gibt es schon in über 20 Städten; Bielefeld ist noch nicht dabei. Die „Hochschulperle des Jahres“ wurde online gewählt und ist mit 3.000 Euro dotiert. Auch die Bielefelder Suchmaschine BASE war nominiert. Sie landete hinter „Rock Your Life!“ auf dem zweiten Platz (2.420 Stimmen). [mehr]
Podiumsdiskussion mit Heiner Geißler
In der Universität Bielefeld findet heute Abend eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion statt. Die fünften Bielefelder Rechtsgespräche stehen unter dem Titel „Was tun gegen Neonazis – Demokratie verteidigen“. Diskutiert werden beispielsweise Fragen zum richtigen Umgang mit der rechten Szene. Auf dem Podium sitzen unter anderem Ex-Bundesminister Heiner Geißler und der ehemalige Chef der deutschen Geheimdienste, Hansjörg Geiger. Die Podiumsdiskussion ist öffentlich und beginnt um 18.30 Uhr in Hörsaal 4. [mehr]
Jeder fünfte Deutsche ist latent antisemitisch
Rund ein Fünftel der deutschen Bevölkerung ist latent antisemitisch. Zu diesem Ergebnis kamen Experten im Rahmen einer Untersuchung des Bundestags. Laut der Wissenschaftler zeigt sich der Antisemitismus bis weit in die Mitte der Gesellschaft. Er zeige sich vor allem in weit verbreiteten Vorurteilen und Klischees über Jüdinnen und Juden. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass der Antisemitismus hauptsächlich von Rechtsradikalen verbreitet wird. Diese seien auch für rund 90 Prozent der Straftaten mit antisemitischem Hintergrund verantwortlich. Aber auch im linken Spektrum und in der Mitte der Gesellschaft zeige sich der Antisemitismus, häufig in der Kritik am Staat Israel. Im europaweiten Vergleich liege Deutschland im Mittelfeld. Besonders weit verbreitet sei der Antisemitismus in Polen, Ungarn und Portugal. Als bislang wichtigste Langzeitstudie zu dem Thema gilt die an der Universität Bielefeld entstandene Studie zur Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.
Bielefelder Biologe ausgezeichnet
Der Bielefelder Biologe Prof. Karl-Josef Dietz wird mit dem Gay-Lussac-Humboldt-Preis ausgezeichnet. Geehrt wird er für seine Verdienste um die deutsch-französische Wissenschaftskooperation und seine international anerkannten Forschungsarbeiten. Das Forschungsgebiet von Prof. Karl-Josef Dietz ist die Biochemie und Physiologie von Pflanzen. Konkret untersucht er, wie Pflanzen Signale aus der Umwelt wahrnehmen und sich gegebenenfalls genetisch verändern. Der Gay-Lussac-Humboldt-Preis ist mit 60.000 Euro dotiert. Außerdem ist er mit einem Aufenthalt an einer französischen Forschungseinrichtung verbunden. Prof. Karl-Josef Dietz ist bereits der vierte Wissenschaftler der Uni Bielefeld, der mit diesem Preis ausgezeichnet wird. [mehr]
Youtube wächst und wächst
Auf Youtube werden jeden Tag 4 Milliarden Videos abgerufen. Wie der Mutterkonzern Google mitteilte, ist das ein Zuwachs von 25 Prozent in den letzten acht Monaten. Erklärbar sei der starke Zuwachs unter anderem durch die stärkere Einbindung der Smartphone-Version. Auch das neue Designkonzept der Seite scheine sich ausgezahlt zu haben. Die Youtube-Nutzer rufen aber nicht nur mehr Videos ab, sondern laden auch mehr hoch – laut Google 60 Stunden Material pro Minute.
Politisches Denken teilweise biologisch begründet
Politische Ansichten sind teilweise biologisch begründet. Zu diesem Schluss kommen Psychologen und Politikwissenschaftler der Universität von Nebraska. In Experimenten hatten sie Probanden jeweils zwei Bilder vorgesetzt; ein angenehmes und ein abschreckendes. Über Elektroden auf der Haut wurden emotionale Reaktionen erfasst, über sogenannte Eyetracker die Augenbewegungen. Konservative Wähler reagierten stärker auf unschöne Bilder und fokussierten sie länger. Liberale reagierten im Vergleich stärker auf die angenehmen Bilder und sahen sie länger an. Die Schlussfolgerung der Forscher: Konservative widmen sich eher negativen Aspekten, Liberale konzentrieren sich stärker auf Positives.



