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InFakt am Mittwoch, 08.09.2010

Redaktion: Kolja Prichatz

Zahl der Hochschulabsolventen steigt
Die Zahl der Hochschulabsolventen in Deutschland steigt weiterhin stark an. Zu diesem Ergebnis kommt die internationale Studie „Bildung auf einen Blick“, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt wird. Demnach sei die Zahl der deutschen Hochschulabsolventen in den vergangenen 10 Jahren auf über 260000 gestiegen. Dies entspreche einem Zuwachs von knapp einem Drittel, so die Herausgeber der Studie. Bei der Zahl der Studienanfänger und den Bildungsausgaben schnitt Deutschland im Vergleich der 32 OECD-Mitgliedsstaaten dagegen schlecht ab. Nur in Mexiko, Belgien und der Türkei entschieden sich demnach weniger Menschen für die Aufnahme eines Studiums. Bei den Bildungsausgaben belegt Deutschland den 23ten Platz im internationalen Vergleich.

Realschüler zunehmend ohne Ausbildung
Immer mehr Haupt- und Realschüler finden nach der Schule keinen Ausbildungsplatz. Dies geht aus einer neuen Studie der Bertelsmann-Stiftung hervor. Demnach besitzen insgesamt über 1,5 Millionen junge Menschen in Westdeutschland keinen Berufsabschluss. Gerade in der Gruppe der 25-34 Jährigen gilt aber das Abitur oder eine abgeschlossene Ausbildung als Mindestqualifikation für die erfolgreiche Teilnahme am Arbeitsmarkt, so die Studienherausgeber. Sie fordern nun von der Bundesregierung, dass Schüler zukünftig früher auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet werden und außerdem Möglichkeiten zur Nachqualifizierung erhalten.

Masterplätze oft nur von der Bachelornote abhängig
In Deutschland werden freie Plätze in Masterstudiengängen oft ausschließlich aufgrund der Bachelornoten vergeben. Wie Forscher jetzt herausfanden, werden persönliche Vorkenntnisse, praktische Qualifikationen und berufliche Perspektiven bei der Auswahl der Masterstudierenden kaum berücksichtigt. Dementsprechend stieg auch die Zahl der Studierenden, die sich in einen Studiengang einklagen, in den vergangenen Jahren kontinuierlich an. Um der steigenden Anzahl von Bachelorabsolventen zukünftig gerecht zu werden, sollen nun objektivere und sinnvollere Auswahlkriterien geschaffen werden. Vor allem persönliche Auswahlgespräche sollen vermehrt durchgeführt werden.

Fernsehserien als Vorbild bei der Berufswahl
Junge Frauen in Deutschland wählen ihren Beruf häufig aufgrund von Fernsehserien aus. Dies geht aus einer aktuellen Umfrage des Bundesministeriums Bildung und Forschung hervor. Für die Studie wurden knapp 2500 Jugendliche kurz vor ihrem Schulabschluss zu den Faktoren befragt, die Auswirkungen auf ihre Berufswahl hatten. Dabei gaben knapp zwei Drittel aller befragten Mädchen an, gelegentlich bis sehr häufig Informationen über ihren Wunschberuf aus Fernsehserien erhalten zu haben. Mehr als die Hälfte aller Befragten gaben außerdem Spielfilmeinhalte als ausschlaggebend für die eigene Berufswahl an. In den USA werden Seriendarsteller bereits vermehrt in so genannten MINT-Berufen gezeigt, um bei den Zuschauern ein Interesse für mathematische und naturwissenschaftliche Berufe zu wecken.

Frauen immer besser qualifiziert
Die berufliche Qualifikation der deutschen Frauen wird immer besser. Nach Angaben des aktuellen Mikrozensus verschwindet der Qualifikationsvorsprung der Männer zunehmend. Während im Jahr 1990 noch rund 32 Prozent der Frauen keine abgeschlossene Berufsausbildung besaßen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 22 Prozent. Außerdem hat sich der Anteil der Akademikerinnen im gleichen Zeitraum fast verdoppelt, wie das statistische Landesamt anlässlich des heutigen Weltbildungstages mitteilte. Der Mikrozensus ist die größte amtliche Haushaltsbefragung in Deutschland und wird jährlich durchgeführt.

Master-Studiengänge besser vermarkten
Die Rekrutierung von Master-Studierenden wird in Deutschland zukünftig effektiver verlaufen. Mit der Kampagne „Master and more“ hat die „border concepts GmbH“ jetzt ein neues Marketing-Instrument vorgestellt, um freie Masterplätze bestmöglich zu vermitteln. Die Internetplattform „master-and-more.de“ informiert Studierende ab den ersten Oktober über ihre beruflichen Perspektiven und freie Studienplätze. Neben komfortablen Suchfunktionen stehen den Nutzern dabei auch verschiedene Social-Media-Anwendungen, wie facebook oder Youtube, zur Verfügung. Diese Zusammenführung verschiedener Kommunikationswege soll zukünftig von Studierenden und Universitäten gleichermaßen genutzt werden.

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