Redakteur: Keywan Tonekaboni
Gebührenfreies Studium nach Zivildienst
Wer in Zukunft ein Zivildienst leistet soll im Gegenzug gebührenfrei studieren. Das fordert Marc Young, Chefredakteur von The Local in der Online-Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit.
Wenn die Wehrpflicht wie geplant ausgesetzt wird, entfällt auch der Zivildienst. Daher schlägt Marc Young vor, die entstehende Lücke durch angehende Studierende zu kompensieren. Für den geleisteten Zivildienst sollen sie gebührenfrei ein Master-Studium absolvieren können. Wer keinen Zivildienst leisten will, solle 500 Euro Studiengebühren pro Semester bezahlen.
Sächsische Studierende zufrieden, wandern aber ab
Sächsische Studierende sind mit ihrem Studium im Freistaat zufrieden. Das ergab die erste Absolventenstudie, die von der sächsischen Wissenschaftsministerin von Schorlemer vergangene Woche in Dresden vorgestellt wurde. Demnach hätten über die Hälfte der Befragten die Studienbedingungen in Sachsen als gut oder sehr gut bewertet. Drei Viertel der Befragten würden wieder an ihrer Hochschule studieren. Ein Großteil der Absolventen finde binnen eines Jahres eine Beschäftigung oder setze die wissenschaftliche Ausbildung fort. Sachsen kann den akademischen Nachwuchs aber nur zu teilen halten. Von den Absolventen, die bereits ihre Schulausbildung in Sachsen absolvierten, wandert ein Drittel ab.
Deutschland schneidet in Bildung mittelmäßig ab
Die Bedingungen für lebenslanges Lernen sind in Deutschland nur durchschnittlich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Die Studie verglich die Statistiken und Studien zur Bildungssituation in den Ländern der Europäischen Union. Dabei wurden nicht nur Schulen und Hochschulen betrachtet, sondern auch Aktivitäten in Vereinen, Freizeit und Familie. Laut der Studie sind die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen besonders in Skandinavien und den Niederlanden günstig. Deutschlands mittelmäßiges Abschneiden erklären die Forscher mit den geringen Investitionen ins Schulen und Hochschulen.
Stifterverband kritisiert Uni-Leitbilder
Der Stifterverband der Wissenschaft kritisiert, dass die Leitbilder der deutschen Universitäten kaum aussagekräftig seien. Die Leitbilder wären austauschbar und würden Studienbewerbern wenig Orientierung bieten. Viele der genannten Ziele seien außerdem durch die Hochschulgesetze bereits vorgegeben. Der Stifterverband kritisiert zudem, dass die Hochschulen bei den Leitbildern nicht auf die Anliegen Außenstehender eingehen würden.
Im Stifterverband sind Unternehmen, Verbände und Stiftungen zusammengeschlossen, um Wissenschaft und Forschung zu fördern.
Uni-Präsident fordert Anpassung des Hochschulzugangs
Sascha Spoun, Präsident der Universität Lüneburg, fordert ein Umdenken bei den Zulassungskriterien für das Studium. „Talent gehe vor Note“ sagte er gegenüber dem Hamburger Abendblatt. Er fordert, dass die Persönlichkeit der Bewerber im Zulassungsverfahren mehr berücksichtigt wird. So solle der Stagnation der Studierquote begegnet werden. An Spouns Universität werden seit drei Jahren Einstufungstests und Bewerbungsgespräche geführt. Außerdem wird das außerschulische Engagement der Bewerber mit herangezogen.