Redaktion: Kathrin Sielker
Landtagswahlkampf 2010
Im aktuellen Landtagswahlkampf hier in NRW versprechen SPD und CDU für die Zukunft verbesserte Konzepte der Bildungspolitik. Die SPD will nach einem Wahlsieg sogar die Studiengebühren abschaffen. Dazu Hertz 87.9 Redakteurin Rebecca End:
Am 9. Mai ist Landtagswahl und so buhlen die großen Parteien mit dem Brennpunkt-Thema Bildung um die Wählergunst. Die Sozialdemokraten versprechen nicht nur die Abschaffung der Studiengebühren, sondern auch die volle Finanzierung von Kindergartenplätzen durch das Land. Darüber hinaus will die SPD-Landesvorsitzende Hannelore Kraft einen grundlegenden Umbau des Schulsystems zu Ganztags-Gesamtschulen in Gang bringen, inklusive Abschaffung der unbeliebten Kopfnoten, eine Wahloption des Abiturs nach zwölf oder dreizehn Jahren und kleineren Klassen.Auch die CDU verspricht weniger Schüler in einen Lernraum zu stecken. Und mit einem massiveren Ausbau des Ganztagsschulsystems soll das Schlüsselproblem Schulabgänger angegangen werden. In einer Regierungserklärung verweist Ministerpräsident Jürgen Rüttgers vor allem darauf, dass er in seiner Amtszeit rund 2,7 Milliarden Euro mehr für Bildung ausgegeben hat, als die Vorgängerregierung.
Weltrekord-Versuch an der Uni Bielefeld
Die Uni Bielefeld plant einen Weltrekord. Anlässlich des 10. Geburtstages des teutolabs sollen am Samstag, den 6. Febraur 1.000 Schüler in der Uni-Halle das gleiche chemische Experiment durchführen. Das teutolab ist das erste chemische Schülerlabor an der Uni Bielefeld und auch Vorbild für zahlreiche universitäre Schülerangebote in ganz Deurtschland. Innerhalb der vergangenn 10 Jahre ist das teutolab Chemie auch um die Disziplinen Physik, Mathe und Robotik gewachsen. Schüler von 8 bis 19 Jahre können hier praktische Erfahrungen in Naturwissenschaften sammeln.
Bologna-Bilanz
Im Bundestag kam gestern der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung zusammen, um über den Bologna-Prozess zu sprechen. Die Bilanz der europaweiten Hochschulreform fiel dabei sehr unterschiedlich aus. Anja Gadow vom Freien Zusammenschluss von StudentInnenschaften bemängelte bei der Umsetzung vor allem die Schwierigkeiten eines Hochschulwechsels innerhalb von Deutschland – oft müssten die Studierenden wieder bei Null anfangen. Außerdem forderte sie den großzügigen Ausbau des BAföG´s. Der Vertreter der Kultusministerkonferenz, Olberitz, mahnte hingegen, die Umstellung nicht zu schlecht zu reden. Allerdings bittet er die Hochschulen, die einzelnen Prüfungszyklen noch einmal zu überprüfen, die Studierenden sollten in dem verschulten System auch einmal zur Ruhe kommen. Deutlich wurde vor allem, dass noch mehr Geld für die Umsetzung nötig sei. Der Vorsitzende des Wissenschaftrates fordert dafür mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr zusätzlich.
Forschung zugunsten der Entwicklungsländer?
Die Ministerin für Bildung und Forschung, Annette Schavan von der CDU, hat sich mit Bill Gates getroffen. Bei einem Gespräch am Dienstag in Berlin ging es um die Verstärkung der Forschung von armutsbedingten und vernachlässigten Krankheiten in Entwicklungsländern. Sebastian Beeg:
Vor allem so genannte Produkt-Entwicklungs-Partnerschaften waren Gegenstand des Gesprächs. Solche Netzwerke sollen gemeinsame Forschung von akademischen Instituten, öffentlichen Forschungseinrichtungen, Pharmaunternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen ermöglichen. Konkret vereinbarten Schavan und Gates einen Workshop deutscher und amerikanischer Forscher. Außerdem sagte Schavan ein verstärktes Engagement deutscher Expertisen und finanzielle Unterstützung zu. Der Microsoft-Gründer und seine Frau engagieren sich seit Jahren im Bereich Entwicklungshilfe und haben auch die weltweit größte Privatstiftung in diesem Bereich gegründet.
Europäische Förderung von Pädagogen
Die Kultusministerkonferenz, kurz KMK, schreibt Förderungen für Studienbesuche im europäischen Ausland aus. Angesprochen sind Pädagogische Fachkräfte, die sich für länderübergreifende Unterrichtsthemen und europäische Bildungs- und Berufsbildungssysteme interessieren. Geplant sind mehrtägige Veranstaltungen, die im September dieses Jahres und im Februar nächsten Jahres stattfinden. Informationen zur Ausschreibung, die noch bis Ende März läuft, sind im Internet auf der Seite des Pädagogischen Austauschdienstes der KMK zu finden.
Weniger Suizide in Deutschland
Die Zahl der Suizide in Deutschland hat sich seit 1980 mehr als halbiert. Das belegt eine aktuelle Studie des Leibniz Instituts für Länderkunde. Die höchsten Suizidraten liegen in Sachsen und in Bayern. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler machen die Suizidwahrscheinlichkeit von Faktoren wie Geschlecht, Alter, sozialen Kontakten, Depressionen und Suchtkrankheiten abhängig. Dementsprechend sei festzustellen, dass die Mortalitätsrate bei Frauen dreimal höher sei als bei Männern und sich Geschiedene häufiger das Leben nähmen als Verheiratete. Außerdem gebe es ein Gefälle von Ost nach West, sowie einen signifikanten Zusammenhang mit bestehender Arbeitslosigkeit.