Hochschulnachrichten am 29.10.10
Redaktion: David Gartmann und Henning Mellies
Uni Bielefeld gewinnt Best-Practice Wettbewerb
Die Uni Bielefeld gehört zu den sieben Gewinnern des Best Practice – Wettbewerbs der Alexander von Humboldt-Stiftung. Damit verfügt sie neben den anderen Siegern über die professionellsten Betreuungs- und Servicestrukturen für internationale Forscher. Die Entwürfe des „International Office“ der Uni zur Weiterentwicklung sogenannter „Welcome Centres“ überzeugten die Juroren. Hierdurch wird in Bielefeld bereits seit Anfang des Jahres eine vollumfängliche, individuelle Betreuung rund um den Inlandsaufenthalt gewährleistet. Das mit dem Sieg einhergehende Preisgeld von Zehntausend Euro dient der Umsetzung der Konzepte. Der Wettbewerb fand nach 2006 und 2008 zum dritten und letzten Mal statt.
Beziehungspflege zwischen Philologen und Historikern
Die Beziehungspflege zwischen Philologen und Historikern wird zum Tagungsthema im Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF). Vom 11. bis 13. November werden die Grundlagen für ein langfristiges Forschungsprojekt gelegt. Untersucht werden sollen die veränderten theoretischen und interdisziplinären Grundlagen sowie die künftigen Ziele der Historisch-Philologischen Wissenschaften. Zentral geht es dabei um das Verhältnis der Literaturwissenschaften zu den Geschichts- und Sozialwissenschaften. Hiermit im Zusammenhang steht die in Bielefeld neugegründete internationale und interdisziplinäre Zeitschrift mit dem Titel „Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur“. Auf Grund von Baumaßnahmen im ZiF findet die Tagung im Internationalen Begegnungszentrum der Uni statt.
Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr
Ein neues Modul des teutolab-Physik der Universität Bielefeld soll das Unfallrisiko für Kinder im Winter verringern. Gerade in der dunklen Jahreszeit laufen diese Gefahr, übersehen und Opfer eine Verkehrsunfalls zu werden. Das teutolab-Physik versucht hierbei gemeinsam mit Pädagogen und Verkehrssicherheitsexperten der Polizei, die Schüler durch Alltagsphänomene zu sensibilisieren. Durch Versuche lernen die Kinder zum Beispiel, wie moderne sogenannte retroreflektierende Materialien funktionieren und warum sie die Sichtbarkeit im Dunkeln verbessern. Seit Eröffnung des teutolab-Physik haben mehr als 15000 Schüler die Einrichtung besucht und zusammen mit Studenten experimentiert.
Ursprung des Menschen in Diskussion
Neue Fossilienfunde heizen die Diskussion zur Herkunft des Menschen an. Die bislang geltende Out-of-Africa-Hypothese, wonach der menschliche Ursprung in Afrika zu finden ist, gerät ins Wanken. Mit Berufung auf die Entdeckung der Überreste von vier 39 Millionen Jahre alten lybischen Primatenarten stellt ein internationales Forscherteam diese bisherigen Erkenntnisse in Frage. Da Hinweise auf die Entwicklung der gefundenen Primaten fehlen, wird vermutet, dass sie nach Afrika eingewandert sind. Eine andere aber laut der Forscher unwahrscheinliche These sei die Existenz einer Lücke in der afrikanischen Fossilien-Geschichte.
Fachhochschule des Mittelstandes wird 10 Jahre alt
Die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) feierte am gestrigen Abend einen runden Geburtstag. Auf dem Festakt zum zehnjährigen Bestehen lobte der Bertelsmann-Vorstand Gunter Thielen die passgenaue Ausbildung, die an der FHM geboten werde. Die Dozenten der FHM führten den fortwährenden Modernisierungsprozess, den der Arbeitsmarkt fordere, erfolgreich voran, so Thielen weiter. Gesellschaftliche Befürchtungen zunehmender Spaltung zwischen Arm und Reich begegne die FHM durch die innovative Nutzung des Rohstoffs Wissen.
Erster Männergesundheitsbericht
Männer sind eine gefährdete Spezies. Dem ersten Männergesundheitsbericht zufolge sterben Männer nicht nur früher als Frauen, sie liegen auch bei Herzinfarkten, Lungenkrebs und Alkoholmissbrauch weit vorne. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass die Männer selber hieran wenig Schuld tragen. So stellten gesellschaftliche Entwicklungen oft neue Belastungen dar. Als moderner Vater und Ernährer müssen Männer funktionieren. Hieraus resultiere dann auch die immer noch dreimal höhere Selbstmordrate als bei Frauen.



